Einfluss der Polarisation auf den Kontrast des Interferenzmusters
Diese Application Note erläutert, wie sich unterschiedliche Polarisationen auf den Kontrast der Interferenzmuster auswirken, und beschreibt die Methoden zur Berechnung des Kontrastes der Interferenzmuster für drei spezifische Polarisationen (TE, TM und unpolarisiert).
Einfluss der Beleuchtungs-Polarisation auf den Kontrast des Interferenzmusters
Ibsen Phasenmasken sind für die vom Kunden spezifizierte Beleuchtungs-Polarisation optimiert. Die Polarisation hat einen Einfluss auf den Prozess des Gitterschreibens, welcher Gegenstand dieser Application Note ist. Eine für eine Polarisation optimierte Phasenmaske verhält sich anders, wenn sie mit einer anderen Polarisation beleuchtet wird.
Definition der TE- und TM-Polarisationsmoden und Anforderungen an die Interferenz
Dieser Abschnitt beschreibt kurz den Unterschied zwischen TE- und TM- polarisiertem Licht.

Definition von TE- und TM-Polarisationen
Abbildung 1 veranschaulicht die TE- bzw. TM-Polarisation des Lichts, das auf eine Phasenmaske fällt. Die Abbildung zeigt eine +/-1-Ordnungs-Phasenmaske und ihren Gittervektor, der senkrecht zur Gitterebene steht, sowie das einfallende Licht, das hier senkrecht einfällt (Θ1=0). Die Einfallsebene ist die Ebene, die durch den Gittervektor und den Ausbreitungsvektor des einfallenden Lichts definiert ist.
Die elektromagnetischen Eigenschaften des Lichts werden durch die Ausrichtung seines elektrischen und magnetischen Feldes bestimmt. TE-polarisiertes Licht (Transverse Electric) zeichnet sich dadurch aus, dass sein elektrisches Feld senkrecht zur Einfallsebene steht. Bei TE-Licht ist das Magnetfeld – das in isotropen Materialien immer senkrecht zum elektrischen Feld steht – parallel zur Einfallsebene.
Bei TM-Licht (Transverse Magnetic) ist das Magnetfeld senkrecht zur Einfallsebene und somit das elektrische Feld parallel zur Einfallsebene.
Die Bedeutung der Polarisationseigenschaften liegt darin, dass nur parallel orientierte Polarisationsmoden interferieren, und es ist die Interferenz zwischen der +1. und -1. Ordnung der Phasenmaske, die das Gitter in der Faser/dem Wellenleiter erzeugt.
Kontrast des Interferenzmusters bei Verwendung von TE-polarisiertem Licht
Wie in Abbildung 2 dargestellt, sind die Polarisationsvektoren der 2 gebeugten Ordnungen im TE-Fall parallel. Daher beträgt der Kontrast des Interferenzmusters 100 % (unter der Annahme vollständiger Kohärenz der Lichtquelle).

Kontrast des Interferenzmusters bei Verwendung von TM-polarisiertem Licht
Wie in Abbildung 3 zu sehen ist, sind die Polarisationsvektoren der 2 gebeugten Ordnungen für TM-polarisiertes Licht nicht parallel wie im TE-Fall. Stattdessen besteht ein Winkel zwischen ihnen. Dies führt zu einem Kontrast des Interferenzmusters von weniger als 100 %, da der Kohärenzgrad nun weniger als 100 % beträgt.

Der Kohärenzgrad des TM-Lichts wird durch den Interferenzwinkel zwischen den beiden gebeugten +/-1 Ordnungen gegeben. Dieser Winkel ergibt sich aus der Gittergleichung:
m·λ = Λ (sinΘi + sinΘm)
wobei λ die Beleuchtungswellenlänge ist, Λ die Mittenperiode der Phasenmaske, Θi der Einfallswinkel und Θm der Beugungswinkel für jede Ordnung m ist, die die Gittergleichung erfüllt. Bei senkrechtem Einfall (Θi=0) ist der gebeugte Winkel:
Θm = sin-1(m·λ/Λ)
und der Interferenzwinkel zwischen den beiden Ordnungen beträgt 2·Θm. Wenn das TM-Licht in die interferierenden und nicht-interferierenden Komponenten (TM parallel und TM senkrecht) aufgeteilt wird, ist aus den cos- und sin-Beziehungen ersichtlich, dass das interferierende Licht cos2(2·Θm) und das nicht-interferierende Licht sin2(2·Θm) ist.
Der Kontrast des Interferenzmusters von TM-polarisiertem Licht beträgt daher cos2(2·Θm).
Kontrast des Interferenzmusters bei Verwendung von unpolarisiertem Licht
Die Streifensichtbarkeit von unpolarisiertem Licht kann als Durchschnittswert des TE-Anteils und des TM-Anteils bewertet werden. Das folgende Beispiel veranschaulicht diese Auswertung, die ein typisches Beispiel beim Schreiben von FBGs für 1550-nm-Anwendungen mit einem Excimerlaser bei 248 nm ist:
Beispiel

Kontrast des Interferenzmusters bei Verwendung von unpolarisiertem Licht
Λ = 1070 nm
λ = 248 nm
Phasenmaskenprinzip = +/-1 Ordnung
Anteil an TE-Licht: 50% Anteil an TM-Licht: 50%
Kontrast des Interferenzmusters für TE-Licht: 100 %
Interferenzwinkel = 2·sin-1(1*248/1070) = 27 Grad
Kontrast des Interferenzmusters für TM-Licht = cos2(27 Grad) = 79 %
Gesamte Interferenz Sichtbarkeit = (100% + 79%) / 2 = 90%
Fazit
Wie im obigen Beispiel gezeigt, führt die Auswertung zu dem Schluss, dass bei Verwendung einer Phasenmaske mit unpolarisiertem Licht der Kontrast des Interferenzmusters negativ beeinflusst wird. Ob der ermittelte Kontrast des Interferenzmusters ausreichend ist, muss je nach spezifischer Anwendung entschieden werden.
Möchten Sie mehr erfahren?
Weitere Informationen finden Sie weiter unten.